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Königsbach-Stein. Musik und Gesang im Überfluss, heitere Verse und zahlreiche Gäste – so feierte die Chorvereinigung „Freundschaft“ Stein im Jahr ihres 160.
Geburtstages ihr Traditionsfest „Kultur in der Kelter“. „Die Chorvereinigung „Freundschaft“ versteht sich als ein Kulturträger in der Gemeinde – neben vielen anderen“, unterstrich der
Vorsitzende Bernhard Jochim in seinen Worten zur Eröffnung der Festtag, die mit der fünften Ausgabe von „Lied-Eratur“ einen unterhaltsamen Einstieg fanden. „Da Kultur vielfältige Bereiche umfasst, haben
wir uns einiger Themen angenommen. So kommt heute Abend die Literatur in Form des Umgangs mit Sprache und Ausdruck des Lebens in Sprache zum Tragen“, sagte Jochim, wies auf das weitere Programm der drei Tage
hin und hieß „die Liebensteiner aus Bad Liebenstein und die lieben Steiner“ gleichermaßen willkommen. Das Liebensteiner Männerdoppelquartett samt seinem dichtenden Sänger Volker Henning zeichnete dann
einen unterhaltsamen Abend lang für beide Teile von „Lied-Eratur“ verantwortlich. Wie schon vor drei Jahren sorgte Henning mit heiteren Versen über die Tücken des Alltags für kollektive Heiterkeit, fand
sich bei seinen Gedichten a la Eugen Roth oder Heinz Erhardt von den amüsierten Besuchern bestätigt – und manch einer fühlte sich verstanden oder ertappt. Ob bei der „Hotelsuche“, dem
„Prinzipienreiter“, „Mutters Geburtstag“ oder den Schwierigkeiten beim Öffnen von Fischdosen, Henning traf mit seinen alltäglichen, in Verse verpackten Beobachtungen stets den Nagel auf den Kopf.
„Das Lied beherrscht die ganze Welt, weil es die Menschheit aufrecht hält“, hatte das Thüringer Doppelquartett die Besucher zu Beginn singend begrüßt, bevor es im Wechsel mit Hennings Versen
beste Unterhaltung bot. Insgesamt 526 Lebensjahre zählen die acht gestandenen Männer in der Addition, die schon mehrfach mit ihren A-capella-Qualitäten im Fernsehen zu hören und zu sehen waren. Im ersten Teil
ihres Programms brachten sie bekannte Volkslieder wie „Kein schöner Land“, „Am Brunnen vor dem Tore“ oder das Silcher Lied „Lebe wohl, morgen muss ich fort von hier“ zu Gehör. Deutlich
fröhlicher wurde es im zweiten Teil, etwa mit „Meister und Gesell“, dem lustigen Lied von den „Lieben Verwandten“ oder dem mit viel Beifall bedachten „Quodlibet“, bei dem jeder einzelne
Sänger sich mit der Qualität seiner Stimme hervortun konnte. International und hitverdächtig wurde es dann im dritten Teil mit „La Montanara“, dem räteromanischen „Dorma bain“, dem Don
Kosaken-Hit „Das Glöckchen“ oder passend zum Anlass „MGV Concordia“ von den Bläck Fööss....
( Uli Faulhaber, Pforzheimer Zeitung, 20.06.06 )
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