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Bad Liebenstein – „Schluss mit lustig“, hatte er vor einigen
Jahren angekündigt. Und feststellen müssen, dass das so einfach nicht ist. Wenn einem die Gedanken im Kopf herumtanzen, die „sich lustig ausgestalten lassen“. So viele, dass „Schluss mit lustig“ dann doch
nicht die letzte Veröffentlichung war, auch nicht die vorletzte oder die vorvorletzte – zum Vergnügen seiner Fans. Schwamm drüber?
„Schwamm drüber“ – Volker Henning, in der Region bekannter Verse-Schmied aus Bad Liebenstein, hat 120 neue Gedanken Gedichte werden lassen. Illustrierend lässt
Ralf Böhme, der Bad Liebensteiner Karikaturist, den nicht nur Zeitungsleser als „Rabe“ kennen, seine beliebten knollennasigen Zeitgenossen durch das Bändchen menscheln.
Viele „Ein Mensch“- Reime finden sich in der neuen Sammlung – mehr als 500 seien es inzwischen insgesamt, sagt Volker Henning, mit denen er dem „großen Vorbild
Eugen Roth nacheifere“. Der Rest? „Gereimter Unfug und Unsinnsgedichte“. Manches „im Stil von Heinz Erhardt“, manches Original-Henning – die Menschen, die seine Lesungen besuchten, seien vom einen wie
vom anderen „sehr angetan“. Und vor allem erheitert – was im Sinne des Dichters ist. „Ich will Spaß verbreiten“, sagt er.
In den Kurkliniken in der Region sei er häufig zu Gast, „dort haben die Leute so viele Gedanken im Kopf“. Oft wenig heitere Gedanken, sodass er es zu seiner
Intention gemacht habe, „zu unterhalten“. Mit „lebensnahen Gedichten“, mit Versen, die „nichts Trauriges“ zum Thema haben. Und bei denen sich niemand fragen müsse: „Was will der Dichter damit sagen?“
Politik sei „tabu“ – es geht um die Tücken des Alltags, um die kleinen Ärgernisse und Leiden, um Begeben- und Eigenheiten, die „zeitlos sind und jeden
betreffen“. Sein „lyrisches Subjekt“, hat Volker Henning auf die Rückseite des neuen Buches geschrieben, sei „der Mensch“, der sich „wieder einmal allem stellt“, was ihm zu schaffen mache –
„einschließlich seinen Widersachern: Unmensch und Weib“.
Spät erst habe er seine „Liebe zum Dichten und Reimen entdeckt“, erzählt Volker Henning. Was allerdings nur für die heiteren Verse gilt, die er seit Mitte der
1990er-Jahre veröffentlicht – in der Bütt kennen die Karnevalisten der Region ihn schon viele Jahre länger. Das erste Gedicht aber habe er quasi schreiben müssen – als Ansager des Männerchors und des
Doppelquartetts in Bad Liebenstein auf der vergeblichen Suche nach einer passenden Anekdote zu einem festlichen Anlass „hab ich mir dann gesagt: ,schreibst halt selbst was“”. Danach hätten ihn „der Spaß“
und „die Herausforderung“ nicht mehr losgelassen. Ein Buch nach dem anderen erschien.
Schluss mit lustig? Volker Henning schüttelt den Kopf. Mitte nächsten Jahres wird er seinen Arbeitsplatz als Leiter
der Ausländerbehörde und stellvertretender Ordnungsamtsleiter im Landratsamt verlassen und in den Ruhestand gehen. Und mehr Zeit haben, den ein oder anderen Menschen und seine Menschlichkeit als Reim zu verewigen.
„Nicht ausgeschlossen“, sagt er, „dass es dann auch ein neues Buch gibt“.
„Schwamm drüber“ – heitere Verse von Volker Henning, illustriert von Ralf Böhme, ist in den Buchhandlungen in Bad
Liebenstein und Bad Salzungen oder beim Autor zu erwerben.
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