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Hausgeschichten
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Bad Liebenstein liegt am Südwesthang des Thüringer Waldes, von wo man einen herrlichen Blick auf das Werratal und das angrenzende Rhöngebirge hat. Ausgedehnte Mischwälder umgeben die Stadt, über deren Wipfeln die Burgruine Liebenstein thront. Die offene und weitläufige Landschaftsarchitektur wird durch Parkanlagen, wie zum Beispiel dem Historischen Kurpark, dem Neuen Kurpark oder dem Elisabethpark geprägt. Bekannte Architekten und Landschaftsplaner, insbesondere Walter Gropius und Fürst Herrmann von Pückler-Muskau, hinterließen hier Spuren ihres Schaffens.

Der bekannte Facharzt für innere Krankheiten Dr. C. Knecht (1867-1937) schrieb der Stadt bereits in seinem 1931 erschienenen Buch „Bad Liebenstein - seine Heilquellen, ihre Wirkung und Anwendung“ einen „eigenartigen Charakter“ zu, der auf patriarchalische Zustände zurückzuführen sei, die früher hier einmal herrschten: „Neben einer fürstlichen Villa steht das Häuschen eines Gewerbetreibenden, neben dem mit allem Komfort ausgestatteten Hotel das einfache Bauernhaus. Wie von außen bietet Liebenstein auch im Inneren einen äußerst freundlichen Eindruck. Alle Häuser sind nett und sauber gehalten, zum Teil unter Obstbäumen versteckt, die Straßen sind breit und mit Trottoir versehen. Der ganze Ort ist elektrisch beleuchtet, ebenso die Hotels und sämtliche Villen...“

So wie einst von Dr. C. Knecht beschrieben, kann man auch heute bei einem Stadtrundgang, insbesondere durch den historischen Stadtkern, noch zahlreichen der prächtigen Bauten, der herrschaftlichen Villen und der stilvollen Hotels und lauschigen Pensionen begegnen. Alle diese Gebäude berichten von einem Leben aus längst vergangenen Zeiten, und damit auch von einem Leben, das sich in der Stadt selbst zugetragen hat.

Vergangenheit und Tradition sind in Bad Liebenstein allgegenwärtig. Beide werden gehegt und gepflegt, versperren aber nicht den Blick für die Gegenwart oder gar auf das Morgen. Wir leben in einer kleinen, liebenswerten und unverwechselbaren Stadt, die bei den Einheimischen und all ihren Besuchern - nicht zuletzt durch die zahlreichen Häuser und Gärten im Historischen Kurzentrum - spürbar einen Hauch von Romantik versprüht, was nicht nur der Meininger Hofmaler Carl Wagner (1796-1867) zu würdigen wusste.

Unstrittig vermittelt die Architektur eines Hauses seinem Betrachter immer auch ein Bild aus der Geschichte. Darüber hinaus vermag aber auch jedes Haus Geschichten zu erzählen. Und wer diese Geschichten und Zusammenhänge kennt, wer sie verinnerlicht, der geht oft mit anderen Augen durch eine Stadt. Und so werden all diese Häuser mit ihren Erzählungen mehr oder weniger freiwillig zu steinernen Zeugen mit einer Vielzahl von Erinnerungen, die aufgeschrieben werden sollten, um sie für kommende Generationen zu bewahren.

ISBN 978-3-943494-35-8

Seit dem Jahr 2015 versteht es der Autor und Ortschronist Wolfgang Malek aus Bad Liebenstein meisterhaft, das Leben einzelner Familien oder Hausgemeinschaften in den verschiedensten Häusern von Bad Liebenstein zu ergründen und seine Recherchen in der Tagespresse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seine „Häusergeschichten“ bieten allesamt detaillierte, teils mikroskopische Einblicke in unsere Stadtgeschichte und erzählen von einer Gesellschaft von Anno dazumal bis hin zur Neuzeit.

Anhand der Abfolge von ehemaligen Hauseigentümern und der Darstellung von baulichen Besonderheiten erschließen sich dem Leser der vorliegenden „Häusergeschichten“, insbesondere durch die Verknüpfung von Architektur, sozialem Hintergrund und Alltagsbegebenheiten, teilweise vollkommen neue Sichtweisen und Perspektiven. Dies mag auch der Beweggrund dafür gewesen sein, dass im Mai 2021 bei dem Autor die Idee reifte, dies alles in einem Buch zu vereinen. Denn eines ist unstrittig:

              Je tiefer man in die Geschichten der Häuser eindringt, um so besser versteht man die Historie seiner Stadt und damit letztlich auch die Gegenwart...

Hausgeschichten Villa Helene Hausgeschichten_Meininger Hof
Hausgeschichten Hotel zum Loewen Hausgeschichten_Kaiserhof Hausgeschichten_Klosterbraeu

Vorwort / 01. Dreschers Mühle / 02. Müllers Hotel ( Hotel Charlotte ) / 03. Pension und Cafe Olga / 04. Pension Else / 05. Badehäuser / 06. Stadtverwaltung / 07. Haus Hopf / 08. Tennishäuschen / 09. Felsenkeller / Haus Hupka / 10. Kurheim Helene / 11. Kirchners Gasthaus / 12. Villa Zocher / 13. Gasthof zum Goldenen Löwen / 14. Villa Heller / 15. Remisenhof / 16. Baracken am Aschenberg / 17. Villa „Am Aschenberg“ (ehemals Villa Frohberg ) /18. Blockhütte ( Vogellehrschau ) / 19. Feodorenhospital / 20. Geschäftshaus „Klempner Schwarz“ / 21. Turnhallenbaracke / 22. Brunnenhaus / 23. Zochersches Haus / 24. Ehemalige Augenheilanstalt / 25. Haus am Brunnentempel / 26. Haus „Maria Regina“ / 27. Villa Häublein / 28. Haus „Sophie“ / 29. Forsthaus / 30. Kaltwasserheilanstalt / 31. Thüringer Hof / 32. Haus Erika / 33. Wohn- und Geschäftshaus Gierth / 34. Villa Modesta / 35. Villa Friedrich Heller / 36. Schloss Bairoda / 37. Villa Victoria / 38. Ehemalige medizinische Schule ( Medi ) 39. Kolonialwaren Heinz Claus 40. Villa Meyer / Villa Julia / 41. Ritterkapelle auf dem Altenstein / 42. Juliushof / 43. Schlosserei Gustav Heller / 44. Herzog-Georg-Straße 25 ( Hofschmiede ) / 45. Hufschmiede / 46. Haus Linsser / 47. Kaufhaus Max Liebenstein / 48. Friseursalon Hopf / 49. Villa Johanna / Villa Bourguet / 50. Lubitz-Villa / 51. Haus Schellenberger / 52. Villa Holsatia / 53. Knechtsches Haus / 54. Haus Thüringen / 55. Villa Rommel / Cafe Else / 56. Marstall und Theraphiegebäude / 57. Brauereien / 58. Brunnentempel / 59. Volksschule / 60. Haus Immertreu / 61. Villa Biedermann / 62. Klosterbräu / 63. Musikpavillon / 64. Villa Korbsch / 65. Haus Gonnermann / 66. Hinter- und Obermühle / 67. Post / 68. Villa Gertrud / 69. Palais Weimar / 70. Kaiserhof / 71. Reichshöhe / 72. Stadthalle / 73. Blockhütte an der Ruine / 74. Meininger Hof / 75. Theatercafe / 76. Fleischerei Amborn / 77. Evangelische Kirche / 78. Katholische Kirche / Nachwort

Hausgeschichten_Reichshoehe
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StZ und Freies Wort, 10.07.21