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PRESSE 5

Acht Grad Kälte durch Gesang vergessen

Es war ein musikalischer Hochgenuss - das Konzert des Bad Liebensteiner Doppelquartetts, einer Abkopplung des Männergesangvereins 1857 der Kurstadt Bad Liebenstein, in der Altensteiner Höhle.

Schweina: Noch in diesem Jahr feiert die Formation ihr vierzigjähriges Bestehen. “In der jetzigen Besetzung musizieren wir aber auch schon achtzehn Jahre gemeinsam”, erzählt Chorleiter Helmut Hartman, der den Chor schon von Beginn an betreut.
Die langjährige Zusammenarbeit der Sänger war von Anfang an zu spüren. Stimmlich ausgewogen zeichnete sich das Konzert durch enorme Tonsicherheit und eine gelungene Interpredation der Stücke aus, deren Auswahl durch die einzelnen Stilrichtungen führte. Die Darbietung der vier Stimmen des Chores ließ die zahlreichen Zuhörer die acht Grad Kälte in der Höhle und den Regen draußen für knapp eine Stunde vergessen.
Eingehüllt in Decken und auf wärmenden Kissen sitzend, lauschten sie den umfangreichen Ausschnitten des Repertoires. “Kein schöner Land” erklang aus den Kehlen der Herren in schwarzen Hosen, weißem Hemd mit Krawatte und terrakottafarbenen Jackett zum Auftakt. Auch das nächste Lied “Am Brunnen vor dem Tore” von Franz Schubert war allen bekannt und lud zum leisen Mitsummen ein.
“Wie viele Jahre werden hier wohl auf der Bühne stehen ?” wollte Chormitglied Volker Henning wissen. Sage und schreibe 559 Jahre, wenn der eine fehlende Sänger noch da wäre, verriet er anschließend. Seit seinem vierundzwanzigsten Lebensjahr singt er im Chor. Heute sei es schwierig, einen jungen Mann für den Gesang zu begeistern. Diese Tatsache hat der Hobbydichter in einem Gedicht verarbeitet “Sang und Klang hat nie gereut, schade dass die Jugend heut, davon will nichts wissen”:
Helmut Hartmann beeindruckte mit einem stimmlich ausgezeichneten Solopart in dem Lied vom slowenischen Weinstrauch. Zu Herzen gingen Titel wie “Lebewohl” und “Untreue”, besser bekannt als “In einem kühlen Grunde”. Volker Henning untermalte die Stücke mit lustigen Reimen und gab dem Konzert so eine ganz besondere Note. Mit dem “Jägerchor” aus dem “Freischütz” kam ein klassisches Werk zum Vortrag. Ein Lied von den lieben Verwandten kann wohl jeder singen. Auch das Doppelquartett hatte ein solches “Loblied” dabei. Hier zeigte sich neben dem stimmlichen auch das komödiantische Talent der Chormitglieder.
Ohne Zugabe ließ das Publikum die Akteure nicht aus der Höhle. Die Sänger luden zum Jubiläumskonzert am 15. Oktober in das Kurtheater in Bad Liebenstein ein, das der Chor gemeinsam mit einem österreichischen Doppelquartett bestreiten wird. Das Doppelquartett aus Österreich wird am 14.10.05 in der Wandelhalle ein eigenes Konzert geben.
Das nächste Konzert in der Höhle ist am 11. September mit der Band “Look Back” aus Hessen. ( Freies Wort und Südthüringer Zeitung, 13.08.05 )
 

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