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Wie Helmut Hartmann, Leiter dieser exzellenten Gruppe lächelnd erläuterte, ist schnell errechnet, dass die 2 x 4 Sänger durch eine neunte Stimme erweitert wurde.
Kein Grund, den Namen der a capella – Singgruppe zu ändern.
Das Doppelquartett Bad Liebenstein setzt sich aus zwei ersten Tenören, zwei zweiten Tenören, drei ersten Bässen und zwei zweiten Bässen
zusammen. Das von ihnen gesungene Repertoire umfass mehr als 150 Werke aus dem Bereich des alten deutschen Liedgutes und dem Bereich der neueren deutschen Liedliteratur.
Das für diesen Abend ausgesuchte
Programm war vorzüglich einstudiert und vollkommen „aus dem Kopf“ gesungen. Ganz bescheiden erklärte Leiter Helmut Hartmann, der Mann mit dem feinen musikalischen Gehör und der samtenen Tenorstimme, dass
sie gekommen wären in der Hoffnung, mit ihrem Liedvortrag ihren Montrealer Zuhörern „ein paar kurzweilige Minuten“ zu bereiten. Damit hatten sich die singenden Thüringer ganz verrechnet – ihr
deutsch-kanadisches Publikum ließ sie nicht mit ein paar Minuten davonkommen; derart war die Freude an der musikalischen Botschaft aus der Heimat, dass sich das Singen ( im Vortrag wie späterhin gemeinsam ) über
mehr als drei Stunden erstreckte. Schön wars`s.
Schön war gleich der erste Teil mit altbekannten deutschen Volksliedern von „Kein schöner Land“ über „Am Brunnen vor dem Tore“ zur „Rose
von Burgund“. Zwischendurch lieferte Volker Henning, Sprecher des Doppelquartetts Bad Liebenstein, kleine erläuternde Kommentare über Programmgestaltung, Repertoire, Vorträge und Verpflichtungen im Verlauf
des Chorjahres, Fernsehauftritte, Tonbandaufnahmen und die Sorge um den singenden Nachwuchs.
Die Thüringer Sänger schlossen des ersten Teil des Liederabends mit zwei – im Hinblick auf diese Reise
– erwählten Liedern, das eine galt den Auslandsdeutschen und hieß „Die alten Straßen noch“. Es ist ein Stimmungsbild und beschreibt die Heimkehr eines Menschen, der seine alte Heimatstadt nach
vieljähriger Abwesenheit aufsucht, die Veränderungen wahrnimmt, sich als ein Fremder fühlt: “…die alten Freunde sind nicht mehr…“. Das letzte Lied „Freiheit, die ich meine“,
wählten sie sich selbst.
Die Nordamerika-Reise, die via New York über Boston, Quebec, Montreal, Toronto, Buffalo, Gettysburg und Washington führt, ist bisher die größte Konzertreise des Liebensteiner
Doppelquartetts und ihrer Damen. Mit der Wahl des Freiheitsliedes des Tilsiter Lyrikers Max von Schenkendorf feierten sie die 1989 erhaltene Freiheit und die Möglichkeit dieser ihrer ersten Übersee –
Konzertreise. War das ein Singen !
Im zweiten Teil zeigten sie sich von anderer Seite und bewiesen damit ihre Vielseitigkeit. Auf Wunsch einer Thüringerin und zu Ehren der anfangs erwähnten Wanderin sangen
sie das „Rennsteiglied“ von der Sehnsucht nach dem Thüringer Wald. Daran schloss sich ein gar fröhliches Waldbild an – das vertonte Ludwig Uhland - Gedicht „Der weiße Hirsch“. Und als
der Hirsch davon gesprungen, die kühnen Jäger sich besonnen hatten, wurde das Menü aufgetragen: der unglaublich rapide, zungenbrecherische Liedschwank „ Der Speisezettel“.
Fasziniert und
mucksmäuschenstill saß alles im Saal, als die Herren Sänger sich in Bass, Bratsche, Fagott, Klarinette, Horn und Flöte verwandelten und „Das Orchester“ anstimmten. Es ist ein „Quodlibet“ ( eine
scherzhafte mehrstimmige Vokalkomposition in der verschiedenartigste vorgegebene Melodieteile humoristisch kombiniert sind und gleichzeitig oder aneinandergereiht vorgetragen werden ). Es verdeutlicht vor allem, wie
jede einzelne Singstimme zählt und ein jeder Sänger „seinen Mann zu stehen“ hat. Was zwar für sämtliche vorgetragenen Lieder des Doppelquartetts gilt, aber nicht immer so heraus sticht.
Wiederholt
schöne Solopartien lieferte dabei der Leiter des Doppelquartetts, Tenor Helmut Hartmann. Wunderbar schwebte die weiche, schön gerundete Stimme über den verhaltenen Harmonien des Quartetts im russischen Volkslied
„Das Glöckchen“. Man endete auf populärer Note mit „So ein Tag, so wunderschön wie heute“.
Abschließend – gedankt von DKH Präsident Egon Uggowitzer und mit Souvenirs bedacht -
verabschiedeten sich die Thüringer Sänger und Montrealer Sanges- freunde von einander. Auf Wiedersehen ! Auf Wiederhören !
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