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...was man z.B. im “Schlitzer Boten”
lesen konnte...

Nach den Wiener Sängerknaben, dem Russischen Balalaikaensemble Wolga, dem Seemannschor der Bundesmarine und dem Tschechischen Mädchenchor aus Jitro stellet sich am vergangenen Samstag das „Bad Liebensteiner Doppelquartett“ zur großen Herbstveranstaltung der Schlitzenländer im Bürgerhaus in der Jahnstraße vor.

Die als „Vorweihnachtlicher Konzertnachmittag angekündigte Zusammenkunft hatte wider ein beachtliches musikalisches Niveau zu verzeichnen, zu dem vor allem die Bad Liebensteiner unter ihrem Leiter Helmut Hartmann beitrugen. Sie brachten einen Blütenreigen deutscher Volkslieder zum Vortrag, die durch Rezitationen eigenverfasster Gedichte von Volker Henning ergänzt wurden. Die musikalischen Qualitäten des „Bad Liebensteiner Doppelquartetts“ haben es über den deutschen Sprachraum hinaus bis in die USA und nach Kanada gebracht, wo seine Liedvorträge besonders bei den deutschen Vereinen mit großer Begeisterung aufgenommen wurden.

Es ist schon ein Novum im Vergleich mit Sängerfesten und Chorkonzerten herkömmlicher Art, dass sich ein eineinhalbstündiges Programm fast nur aus deutschen Volksliedern gestalten lässt, ohne dass die Zuhörer auch nur eine Sekunde lang in ihrer Aufmerksamkeit nachgelassen hätten. Im Gegenteil: die Schlitzländer genossen es sichtlich, dass ihnen am Zeitgeist vorbei bewusst gemacht werden konnte, welchen hohen kulturellen Wert uns die Dichter und Komponisten vergangener Jahrhunderte hinterlassen haben.

Bei der Aufzählung der Titel wird manchem Sangesfreund das Herz aufgehen, zählen doch Franz Schubert, Friedrich Silcher, Joseph von Eichendorff und viele andere zu jenen, die dem deutschen Chorgesang über Generationen hin Inhalt und Gemüt vermittelt haben. Ohne auch nur im Geringsten die übrigen Interpreten des Doppelquartetts hinten anstellen zu wollen, muss man dem Leiter des Ensembles ein besonderes Lob aussprechen. Der strahlende Tenor von Helmut Hartmann, der auch bei mehreren Solobeiträgen zum Ausdruck kam, ließ eine stimmliche Kultur erkennen, die jeden Zuhörer in ihren Bann schlagen muss.

„In einem kühlen Grunde“, „Das Schifferlied“, „Der Lindenbaum“, „Wenn ich den Wandrer frage“, Freiheit die ich meine“, aber auch der „Jägerchor“ aus dem Freischütz, „Die Rose von Burgund“ und das Liebeslied „Bajazzo“, um nur einige Titel zu nennen, wurden mit großem Beifall bedacht. Natürlich durfte „Das Rennsteiglied“nicht fehlen und auch nicht das „Bad Liebensteiner Heimatlied“, in dem auch die fernen Berge der Rhön mit einbezogen sind.

Der Moderator Volker Henning, auf den wir weiter unten noch zurückkommen werden, berichtete von dem Amerikagastspiel des Ensembles, dass gerade das schlichte Volkslied „Die alten Straßen noch“ bei den amerika – deutschen Zuhörern den tiefsten Eindruck hinterlassen hat. Eugen Roth hätte seine Freude an Volker henning haben können, dessen Gedichte in wahrer Meisterschaft der Veranstaltung ihren eigenen Stempel aufdrückten. Mit den Gedichten „Die Geburtstagstorte“, „Die Kaffeefahrt“, dem „Kuckuck“ und dem Gedicht von der „Annegret“ griff er in das volle Leben, von denen sich jeder Zuhörer  angesprochen fühlen durfte. „Der Schnarcher“ und der „Kurpatient“, aber auch das Gedicht „Drachenfliegen“ wurden mit herzlichem Beifall bedacht.

Dass die Bad Liebensteiner auch anders können, zeigten sie im dritten Teil des Programms mit dem „Einsamen Glöckchen“, das Solist Helmut Hartmann im russischen Originaltext zum Vortrag brachte. Den Abschluss bildete ein französisches Weihnachtslied und das deutsche „Oh du fröhliche“, dass die Zuhörer gerne mitgesungen hätten. Das Bergsteigerlied aus den Brentadolomiten „La Montanara“ und „So ein Tag“ wurden als Zugabe erteilt, mit dem sich die Bad Liebensteiner von einem Publikum verabschiedeten, das sie sicherlich in guter Erinnerung behalten wird. 

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